FASD - Alkohol in der Schwangerschaft

No Alcohol

Hallo! Auf dieser Seite findest du einige Informationen zur Fetalen Alkoholspektrumstörung, kurz FASD.*

Was genau ist eigentlich FASD?

FASD ist die Abkürzung für "Fetal Alcohol Spectrum Disorder". Das ist der englische Fachbegriff für Fetale Alkoholspektrumstörung. Es ist eine Diagnose für eine Erkrankung, beschreibt aber keine Menschen!

Diese Erkrankung kann bei Kindern auftreten, deren Mutter während der Schwangerschaft Alkohol getrunken hat.

FASD hat sichtbare und wenige sichtbare Merkmale. Zu den sichtbaren Merkmalen zählen zum Beispiel ein eher kleiner Kopfumfang oder spezifische Veränderungen im Gesicht. Zu den weniger sichtbaren Merkmalen zählen zum Beispiel Verhaltensauffälligkeiten oder Konzentrationsschwierigkeiten. 

In diesem Video¹ ist FASD sehr gut erklärt. Schau doch mal rein: 

 

Wieso schadet es dem Kind überhaupt, wenn eine schwangere Frau Alkohol trinkt?

Wenn eine schwangere Frau Alkohol trinkt, gelangt der Alkohol direkt zum noch ungeborenen Baby (=Fötus). Das geschieht über den Blutkreislauf der Mutter, der mit dem Blutkreislauf des Fötus verbunden ist. Das Ungeborene ist dann ebenfalls betrunken, wie seine Mutter. Es ist noch zu wenig gereift, um den Alkohol zu verarbeiten, deswegen bleibt der Alkohol sehr lange in dem Körper des Fötus. Der Fötus hat sogar dann noch Alkohol im Blut, wenn seine Mutter schon wieder nüchtern ist!

Alkohol ist ein Zellgift und deswegen ist er besonders gefährlich für das Ungeborene. Dieses Gift wirkt sich schädlich auf die Zellen aus, die bereits bestehen oder sich noch entwickeln. So kann zum Beispiel die Bildung der Organe, wie etwa die des Herzens oder der Leber, behindert werden. Auch das Wachstum wird vermindert. Besonders betroffen von der schädigenden Wirkung des Alkohols ist allerdings das Gehirn des Ungeborenen, was z.B. zu Beeinträchtigungen in Gedächtnis, Denken und Lernen führen kann. 

Manche Feten werden stärker geschädigt als andere, auch die Art der Schädigung kann sehr verschieden sein. Wie stark ein Baby geschädigt ist, hängt von mehreren Merkmalen ab. Es spielt zum Beispiel eine Rolle, wie oft und wieviel die schwangere Frau trinkt. Man weiß nicht genau, ab welcher Menge an Alkohol diese Schädigungen eintreten können und es ist vermutlich bei jeder Frau anders. Die schwangere Frau sollte daher, um ihr Kind zu schützen, gar keinen Alkohol trinken. 

In diesem Video² ist sehr anschaulich erklärt, was genau passiert, wenn eine schwangere Frau Alkohol trinkt:

 

Warum trinken manche Frauen, obwohl sie schwanger sind, Alkohol?

Keine werdende Mutter möchte ihrem Kind absichtlich schaden. Entweder sie weiß noch nichts von ihrer Schwangerschaft, ist sich des Risikos nicht bewusst, oder sie ist alkoholabhängig. 

Viele Mütter wissen gar nicht, dass schon geringe Mengen Alkohol in der Schwangerschaft dem Kind schaden können. Außerdem bemerken viele Frauen ihre Schwangerschaft erst sehr spät und trinken daher weiterhin Alkohol. 

Wiederum andere schwangere Frauen sind alkoholabhängig und können deswegen nicht einfach mit dem Trinken aufhören. Mehr zu dem Thema Sucht und wieso es so schwer ist, von einer Sucht loszukommen findest du hier

Habe ich vielleicht FASD?

Um das festzustellen zu können, musst du eine Fachstelle (oft von einer Universitätsklinik eingerichtet) aufsuchen, die FASD diagnostizieren kann. Vielleicht kannst du einen Erwachsenen deines Vertrauens, deine Pflegemutter oder Pflegevater fragen, ob er oder sie dich dorthin bringt oder begleiten kann. 

Bei FASD Deutschland e.V. und beim Fachzentrum für Pflegekinder mit FASD Köln kannst du nach passenden Anlaufstellen suchen. 

Ist FASD heilbar?

Nein, leider kann FASD nicht geheilt werden. Die gute Nachricht: Du kannst lernen, damit umzugehen und dich selbst zu akzeptieren. Wenn bei dir FASD festgestellt wurde ist es wichtig, dass du dir die Unterstützung suchst, die du brauchst! Es gibt viele professionelle Unterstützungsangebote

Alle Menschen haben Sorgen oder Schwierigkeiten im Leben, das ist ganz normal. Es ist ganz selbstverständlich, sich bei diesen Fragen und Sorgen Unterstützung zu suchen. Es ist okay, über FASD zu reden. Du solltest mit vertrauen Menschen über FASD sprechen, damit sie dein Verhalten, deine alltäglichen Schwierigkeiten und deine Bedürfnisse besser verstehen und akzeptieren können. Außerdem kann es oft guttun, sich jemanden anzuvertrauen!

Du kannst dich auch an eine*n Ansprechpartner*in von FASD Deutschland wenden: https://www.fasd-deutschland.de/regionale-ansprechpartner/

Wirf doch auch mal einen Blick in das Handbuch für Jugendliche und junge Erwachsene! Es kann dir helfen, dich selbst besser zu verstehen und zu akzeptieren. Auch bei Problemen, die du vielleicht mit anderen Menschen hast, kann das Handbuch sehr hilfreich sein!

Vielleicht hast du jetzt einige Fragen:

Zum Beispiel:

  • Warum ist das ausgerechnet mir passiert?

  • Warum muss ich mit Traurigkeit und Frust zurechtkommen?

  • Warum verhalte ich mich oft anders als andere Menschen?

  • Warum werde ich nicht so akzeptiert, wie ich bin?

  • Wissen meine Freunde und Familie, dass ich FASD habe?

Antworten auf diese Fragen und viele weitere findest du im Handbuch, auch viele weitere Informationen zum Thema FASD. Das Handbuch ist ein sehr guter Ratgeber, mit dessen Hilfe du lernen kannst, mit dir und anderen besser klarzukommen. 

FASD Deutschland - dukennstdieantwort

Und hier kannst du noch mehr erfahren und auch ein Quiz machen. 

In unserem Projekt "Lunchtime-Videos" haben einige FASD-Betroffene über ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten berichtet. Hier findest du eine Auflistung der Lunchtime-Videos zum Thema "FASD" und kannst sie dir auf unserem YouTube-Kanal angucken. 

¹Arp, H. [Herbert Arp]. (2016, 13. Januar). Max und das Fetale Alkoholsyndrom [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=zzjxrROycmE
² jhbewegtberlin. (2013, 02. Juni). vista gGmbH: Blau im Bauch? Alkohol in der Schwangerschaft [Video]. YouTube. https://www.youtube.com/watch?v=0ZCaTHRHmVw

Scroll to top