FAQS
FAQ
Frage: Was ist Sucht?
Antwort: Sucht ist eine Krankheit. Menschen, die diese Krankheit haben, haben keine Kontrolle mehr darüber, wie viel Alkohol sie trinken oder wie viel Drogen sie nehmen. Und ohne Hilfe können sie auch nicht damit aufhören. Sie haben auch keine Kontrolle mehr über ihr Handeln, wenn sie betrunken sind oder Drogen genommen haben.
Frage: Wie fängt Sucht an?
Antwort: Bei manchen fängt es damit an, dass sie nur ein wenig Alkohol trinken. Dann aber brauchen sie immer mehr davon und können nicht mehr aufhören. Manche nehmen Alkohol, Tabletten oder Drogen, um Probleme zu vergessen oder um ihre Nerven zu beruhigen. Schließlich brauchen sie dann aber die Droge, um sich überhaupt normal fühlen zu können. Wenn ein Mensch einmal die Kontrolle über sein Trinken oder Drogenkonsum verloren hat, dann braucht er oder sie Hilfe,
um damit aufhören zu können.
Frage: Wenn ein Süchtiger krank ist, warum lässt er sich dann nicht einfach behandeln?
Antwort: Das liegt daran, dass ihm gar nicht klar ist, dass er krank ist. Er glaubt nicht, dass der Alkohol oder die Drogen sein Problem sind, selbst wenn ihm im Rausch ständig Dinge schief gehen. Typisch ist es, wenn Süchtige dann die Schuld auf andere Leute schieben oder auf ihre blöde Arbeitsstelle oder, oder, oder ... In Wirklichkeit sind Alkohol oder Drogen das Problem.
Frage: Gibt es einen „typischen" Alkoholiker oder Drogensüchtigen?
Antwort: Nein. Viele Menschen stellen sich einen Alkoholiker als „Penner" auf der Parkbank vor. Tatsache ist aber, dass Alkoholismus in allen Bereichen der Gesellschaft vorkommt. Männer und Frauen sind davon betroffen, und es ist egal, ob sie jung oder alt, reich oder arm sind.
Frage: Wie kann man Sucht heilen?
Antwort: Sucht ist nicht heilbar. Wer alkoholkrank ist, kann nie mehr normal mit Alkohol umgehen. Aber: Sucht kann zum Stillstand gebracht werden. Dafür ist es notwendig, dass Süchtige völlig aufhören zu trinken oder Drogen zu nehmen. Man nennt sie dann „trockene Alkoholiker" oder „cleane (saubere) Süchtige". Sie können dann ein ganz normales Leben führen. Wenn Sie aber wieder nur ein einziges Glas Alkohol trinken, verlieren sie sofort wieder die Kontrolle über ihren Konsum.
Frage: Können Familienmitglieder einen Alkoholiker oder Suchtkranken dazu bringen, dass er mit dem Trinken oder den Drogen aufhört?
Antwort: nein. Ein Suchtkranker braucht Hilfe, um mit dem Trinken oder den Drogen aufzuhören. Aber keiner kann dazu gezwungen werden, Hilfe anzunehmen. Häufig lehnen Süchtige jede Hilfe ab, weil sie ja glauben, kein Problem zu haben. Familienmitglieder können nicht die Hilfe leisten, die ein Alkoholiker oder Drogensüchtiger braucht. Da müssen Fachleute ran, die sich mit dieser Krankheit gut auskennen.
Frage: Wie viele Kinder in Deutschland haben suchtkranke Eltern?
Antwort: Mehr als 2,5 Millionen Kinder in Deutschland haben Eltern, die alkoholkrank, tablettensüchtig oder drogenabhängig sind. Auch in deiner Schulklasse sind bestimmt mehrere andere Jugendliche von dem Problem betroffen. Und auch sehr viele Erwachsene sind mit alkoholkranken oder suchtkranken Eltern aufgewachsen. In Deutschland wir ihre Zahl auf etwa 6 Millionen geschätzt.
Frage: Werden alle Kinder suchtkranker Eltern selber süchtig?
Antwort: Etwa jedes dritte Kind suchtkranker Eltern wird später einmal selber von Alkohol, Drogen oder Medikamenten abhängig. Es gibt keine andere Gruppe, die so stark suchtgefährdet ist, wie Kinder aus Suchtfamilien. ABER: Doppelt so viele schaffen es, ihr Leben ohne Abhängigkeit zu leben. Viele entscheiden sich bewusst dafür, völlig auf Alkohol, Zigaretten oder andere Suchtmittel zu verzichten. Sicher ist sicher.
Frage: Was kann ich tun, damit es mir selbst besser geht?
Antwort: Trau dich! Sprich über das Problem mit einem Erwachsenen, zu dem du Vertrauen hast. Es ist wichtig, dass du dir Unterstützung holst und mit dem Problem nicht länger alleine dastehst.
Trau dich! Such nach Hilfeangeboten in deiner Nähe. Es gibt spezielle Gruppen für Jugendliche wie dich. Dort kannst du mit anderen sprechen, die dich verstehen werden. Denn sie wissen genau, was es heißt, suchtkranke Eltern zu haben. Wo du solche Gruppen und andere Hilfsangebote findest, erfährst du hier.