„Fluffi-Klub“ macht Vorschulkinder stark gegen Sucht

In Kita spielende Kinder mit Erzieherin
NACOA bietet Kitas zweijähriges Programm zur Suchtprävention und Stärkung der Resilienz an

"Mit Suchtprävention kann nie früh genug gestartet werden", sagt Hanna Rosebrock. Die Sozialarbeiterin ist bei NACOA Deutschland zuständig für den "Fluffi-Klub", einem Programm für Kitas, das Kinder stark macht gegen Alkohol und andere Drogen und den Erzieher*innen hilft beim Umgang mit suchtbelasteten Familien. Über zwei Jahre begleitet NACOA in diesem Fortbildungsprogramm eine Kita, ihre Mitarbeitenden, die Kinder und ihre Eltern. Finanziert wird das Programm von der Aktion Mensch und vom Landesamt Gesundheit und Soziales Berlin (LaGeSo). Die Kitas zahlen einen Eigenanteil von 700 Euro pro Jahr.

Zwei Fachkräfte bei NACOA Deutschland betreuen den Fluffi-Klub, neben Hanna Rosebrock arbeitet Andrea Landmann in dem Präventionsprojekt. Sie organisieren in den Kitas die Fortbildung der Erzieher*innen und stehen als Ansprechpartner für diese und die Eltern der Kita-Kinder zur Verfügung - auch und gerade dann, wenn eines der Kinder aus einer suchtbelasteten Familie kommt. Anzeichen dafür können wiederkehrende „Alkoholfahnen“ sein, die bei den Eltern und anderen nahestehenden Bezugspersonen der Kinder wahrgenommen werden, das Spielverhalten der Kinder, Äußerungen des Kindes über den Alltag zu Hause oder klassische Rollenmuster, die Kinder aus suchtbelasteten Familien annehmen. Die Kinder sind oft Symptomträger der Problemlagen ihrer Herkunftsfamilien. So kann es sein, dass sie durch ihr Verhalten darauf aufmerksam machen: Hier stimmt etwas nicht!

Umfassende und vorsorgende Arbeit

Es falle den pädagogischen Fachkräften in der Kita oft schwer, das Thema anzusprechen, wenn sie die Suchtproblematik wahrnehmen, sagt Rosebrock. Die Sorge sei etwa, dass damit ein Prozess in Gang gebracht werde, der nicht zu überblicken sei, gerade auch wenn Hilfe von außen geholt werden müsse. Es komme auch vor, dass Sucht bei Erzieher*innen ein Thema auch in der eigenen Biographie ist, das noch nicht aufgearbeitet wurde. „In der Regel haben wir aber festgestellt, dass die Fachkräfte dankbar sind, Methoden und mögliche Ansprechpartner kennenzulernen.“  In konkreten Fällen, in denen Kinder der Kita durch die Sucht eines oder beider Elternteile oder anderer Bezugspersonen belastet sind, betreuen die NACOA-Mitarbeiterinnen auch die Suche nach den bestmöglichen Lösungen.

 

Kindern soll der Fluffi-Klub innerhalb der Kita einen zusätzlichen Raum öffnen, in dem sie ihre eigenen Gefühle wahrnehmen. Dabei hilft das Handpuppe „Fluffi“ die selber aus einer suchtbelasteten Familie stammt, davon erzählt und so Kinder von suchtkranken Eltern dazu ermutigt, über ihre Situation zu sprechen und Hilfsmöglichkeiten zu zeigen. Doch auch für Kinder, in deren Familie Sucht kein Thema ist, ist dieses Programm wertvoll, meint Hanna Rosebrock. „Auch Kinder, die nicht aus suchbelasteten Familien stammen, können im Verlauf Ihres Lebens eine Sucht entwickeln.“ Es gehe um eine umfassende vorsorgende und die Resilienz fördernde Arbeit, die Kinder stark macht gegen Sucht.

Bei Interesse melden

Zwölf Themen werden mit den Vorschulkindern in ihrem letzten Kita-Jahr erarbeitet, die Eltern werden in Informationsveranstaltungen auf dem Laufenden gehalten. Sehr wichtig sind aber auch Fortbildungen und Workshops für die pädagogischen Fachkräfte aus dem breiten Themenfeld Sucht und Resilienz. Der auf zwei Jahre angelegte Prozess wird überwiegend durch Fördermittel finanziert, die Kita zahlt pro Jahr einen Eigenteil von 700 Euro.

Kitas können sich bei Interesse an dem Projekt an Hanna Rosebrock unter rosebrock@nacoa.de wenden.  Noch ist das Projekt auf Berlin begrenzt, denkbar sei aber in der Zukunft bei entsprechender Finanzierung auch eine Ausweitung auf andere Städte und Regionen.

Ein „Lunchtime-Interview“ mit Hanna Rosebrock zum Fluffi-Klub finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.

Aufgrund des großen Erfolgs, wurde die Laufzeit das Projektes „Fluffi-Klub“ von Aktion Mensch und dem Land Berlin ab Mai 2021 um weitere zwei Jahre bis Mai 2023 verlängert.

Förderer waren/ sind:

Das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales, 
 

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logo graulich m. Schrift.JPG           Dietmar-Klußmann-Stiftung

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