„Fluffi-Klub“ macht Vorschulkinder stark gegen Sucht

 
NACOA bietet Kitas ein einjähriges Programm zur Suchtprävention und Stärkung der Resilienz an

"Mit Suchtprävention kann nie früh genug gestartet werden", sagt Hanna Rosebrock. Die Sozialarbeiterin ist bei NACOA Deutschland zusammen mit ihrer Kollegin Andrea Landmann für den "Fluffi-Klub" zuständig. 

Das Programm für Kitas stärkt alle Vorschulkinder in ihren sozial-emotionalen Fähigkeiten und fördert ihre Resilienz. Zudem ist es aufgrund der Themenauswahl der 12 Einheiten des Kinderprogramms (z.B. Grenzen setzen, gute und schlechte Geheimnisse etc.) und dessen Erarbeitung mit den Kindern besonders unterstützend für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Erzieher*innen werden über Abhängigskeitserkrankungen und deren Auswirkungen auf Kinder in betroffenen Familiensystemen geschult und ein Jahr von NACOA e.V. Deutschland begleitet. Besonderer Schwerpunkt liegt auch auf der Vernetzung mit Anlaufstellen der Kinder- und Jugend-, sowie Suchthilfe, damit Erzieher*innen im Ernstfall kurze Wege und Ansprechpartner*innen an ihrer Seite haben und im Sinne der Kinder reagieren können. Eltern werden durch Informationsveranstaltungen über die Inhalte des Fluffi-Klubs informiert. 

Umfassende und vorsorgende Arbeit

Viele Erzieher*innen seien erschrocken und überrascht über die hohe Anzahl betroffener Kinder. Auch falle es den pädagogischen Fachkräften in der Kita oft schwer, das Thema mit den Eltern anzusprechen, sagt Rosebrock. Die Sorge sei, unklare Prozesse in Gang zu bringen, sich zu weit ins Private zu begeben oder einen Beziehungsabbruch mit den Familien zu riskieren, gerade wenn Hilfe von außen geholt werden müsse. Teilweise berichten Erzieher*innen auch von ihrer eigenen Betroffenheit. "In der Regel haben wir aber festgestellt, dass die Fachkräfte dankbar sind, Methoden, mögliche Ansprechpartner*innen oder Anzeichen betroffener Kinder kennenzulernen. Anzeichen dafür können unterschiedliche Qualitäten mit sich bringen. Offentsichtliche Anzeichen können z.B. wiederkehrende "Alkoholfahnen" der Bezugspersonen oder auffällige Äußerungen der Kinder sein. Aber auch verstecktere Anzeichen, wie Ausprägung der klassischen Rollenmuster, die Kinder aus suchtbelasteten Familien annehmen können, können auf eine Suchtthematik in einer Familie hinweisen. Die Kinder sind oft Symptomträger*innen in der Problemlagen ihrer Herkunftsfamilien. So kann es sein, dass sie durch ihr Verhalten darauf aufmerksam machen: Hier stimmt etwas nicht! In konkreten Fällen, in denen Kinder der Kita durch die Abhängigkeitserkrankung einer oder beider Elternteile oder anderer Bezugspersonen belastet sind, begleiten die NACOA-Mitarbeiterinnen auch die Suche nach den bestmöglichen Lösungen für die betroffenen Kinder. 

 

Kindern soll der Fluffi-Klub innerhalb der Kita einen zusätzlichen Raum eröffnen, in dem sie ihre eigenen Gefühle wahrnehmen und zum Ausdruck bringen können. Die Handpuppe "Fluffi" hilft den Kindern dabei und spricht sie in ihren persönlichen Lösungskompetenzen an. Im Programm gehe es um eine umfassende vorsorgende und die Resilienz fördernde Arbeit, die Kinder stark macht gegen Sucht, so Rosebrock. 

Ein „Lunchtime-Interview“ mit Hanna Rosebrock zum Fluffi-Klub finden Sie auf unserem Youtube-Kanal.Bei Interesse melden

Aufgrund des großen Erfolgs wurde die Laufzeit des Projektes "Fluffi-Klub" von Aktion Mensch und dem Land Berlin ab Mai 2021 um weitere zwei Jahre bis Mai 2023 verlängert. Noch ist das Projekt auf Berlin begrenzt, denkbar sei aber in der Zukunft bei entsprechender Finanzierung auch eine Ausweitung auf andere Städte und Regionen. 

Kitas können sich bei Interesse per Mail unter info@nacoa.de oder telefonisch unter 030 35 12 24 30 melden. 

Der auf zwei Jahre angelegte Prozess wird überwiegend durch Fördermittel finanziert, die Kita zahlt pro Jahr einen Eigenteil von 700 Euro.

Förderer waren/ sind:

Das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales, 
 

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logo graulich m. Schrift.JPG           Dietmar-Klußmann-Stiftung

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