Viel erreicht, noch viel vor
NACOA Deutschland blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück - Christina Reich für weitere zwei Jahre bestätigt, Julia Aring neu im Vorstand
Sie führen als Vorstand NACOA Deutschland mit neuer Energie: Christina Reich, Julia Aring und Lara Bauch (v.l.n.r.) Foto: NACOA Deutschland/Christina Rubarth
NACOA Deutschland hat im vergangenen Jahr mehr Menschen erreicht, neue Angebote geschaffen und Kindern aus suchtbelasteten Familien mehr Gehör verschafft. Auf der Mitgliederversammlung schaute der Verein stolz auf 2025 zurück und traf zugleich wichtige Entscheidungen für die Zukunft. Die gesundheitspolitische Expertin Julia Aring wurde neu in das dreiköpfige Leitungsgremium gewählt. Und mit #vertrauenbrauchtsicherheit steht bereits das Motto der COA-Aktionswoche 2027.
„Ein ziemlich lebendiger und vielfältiger Haufen“ sei NACOA Deutschland, sagte Vorstandsmitglied Christina Reich, die sich nach vier Jahren im Vorstand zur Wiederwahl gestellt hatte und von der Mitgliederversammlung ohne Gegenstimmen bestätigt wurde. Sie begleitet als MutMentorin erwachsene Kinder aus suchtbelasteten Familien und schult Betroffene, Fachkräfte und Unternehmen. Als COA bringt sie neben ihrer fachlichen Expertise auch die eigene Erfahrung mit und weiß daher, woran es Betroffenen fehlt.
Hinter den nüchternen Zahlen des von ihr vorgestellten Jahresberichts stehen viele Menschen, die sich dafür einsetzen, dass Kinder aus suchtbelasteten Familien gesehen werden und Unterstützung bekommen. Und das mit Erfolg. So fanden 2025 mit gut 2.000 Beratungskontakten rund ein Drittel mehr Beratungen statt als im Jahr zuvor. „Hilfen im Netz“, die gemeinsam mit KidKit in Köln angebotene Online-Beratung, wurde weiter ausgebaut, eine große Plakatkampagne brachte das Angebot bundesweit in die Öffentlichkeit. Der Fluffi-Klub stärkte weiter Vorschulkinder, COAktiv schuf neue Selbsthilfeangebote für erwachsene Kinder aus suchtbelasteten Familien, und über COA.KOM wurden Fachkräfte informiert und unterstützt.
Auch die politische Interessenvertretung ist bei NACOA über die Mitarbeit im Bündnis KipsFam verstärkt worden. Der Verein beteiligte sich an Anhörungen, führte Gespräche mit Bundestagsabgeordneten und brachte seine Expertise in politische Reformprozesse ein. Gemeinsam mit anderen Organisationen setzt sich NACOA dafür ein, die Hilfen für Kinder aus sucht- und psychisch belasteten Familien dauerhaft zu verbessern.
Christina Reich und Lara Bauch richten den Blick zugleich nach vorn: Die gewachsenen Angebote sollen nun auf verlässliche Strukturen gestellt werden. Deshalb sollen 2027 erfolgreiche Projekte gesichert und weiterentwickelt und zugleich Verwaltung, Koordination und Organisation gestärkt werden.
Dabei wird nun auch Julia Aring mitwirken. Sie lebt seit sechs Jahren in Berlin und arbeitet als Referentin für Gesundheitspolitik. Sie kennt das Gesundheitswesen insbesondere aus der Perspektive der gesetzlichen Krankenversicherung und hat bereits den Verein #Gesundheit geführt. Bei NACOA möchte sie ihre gesundheitspolitische Erfahrung einbringen, politisch etwas bewegen und neue Veranstaltungs- und Dialogformate mit politischen Entscheidungsträger:innen entwickeln. Soziales Engagement, sagte sie bei ihrer Vorstellung, sei für sie eine Herzensangelegenheit.
Die Nachwahl eines dritten Vorstandsmitglieds war notwendig geworden, nachdem Lena Lorenz aus dem Vorstand ausgeschieden war. In den vergangenen Monaten hatte Carolin Schürmann, NACOA-Regionalsprecherin in Bayern, Reich und Bauch als berufenes Vorstandsmitglied unterstützt. Reich und Bauch danken ihr herzlich für die engagierte und verlässliche Zusammenarbeit. Schürmann bleibt dem Verein eng verbunden und weiterhin Regionalsprecherin in Bayern.
2027 geht es voller Energie weiter. Die nächste große Aktion steht bereits fest: Vom 21. bis 27. Februar 2027 findet die nächste bundesweite COA-Aktionswoche statt. Auf der Mitgliederversammlung wurde erstmals ihr neues Motto vorgestellt: #vertrauenbrauchtsicherheit. Wieder sollen Betroffene, Fachkräfte, Öffentlichkeit und Politik zusammenkommen und den Blick auf Kinder aus suchtbelasteten Familien lenken. Denn sie brauchen Menschen, denen sie vertrauen können – und Hilfen, auf die sie sich verlassen können. Dafür wird sich NACOA Deutschland auch im kommenden Jahr einsetzen.