Infos

Fragezeichen
Info Nr. 1:

Alkoholismus oder jede andere Sucht ist eine Krankheit. Wenn einer von Deinen Eltern suchtkrank ist, heißt das nicht, dass er oder sie ein schlechter Mensch ist. Es heißt nur, dass er eine Krankheit hat, durch die er die Kontrolle über sein Trinken oder Drogenkonsum verliert. Wenn jemand zu viel Alkohol trinkt oder Drogen nimmt, dann tut und sagt er Dinge, die er nie tun und sagen würde, wenn er nichts getrunken oder keine Drogen genommen hätte.

 

Info Nr. 2:

Du kannst das Trinken oder jede andere Sucht bei Deinen Eltern nicht kontrollieren. Es ist nicht Deine Schuld. Verstecke keine Schnapsflaschen. Du musst auch nicht versuchen, immer alles richtig zu machen, denn auch damit kannst Du die Sucht Deiner Eltern nicht kontrollieren. Du bist nicht der Grund, warum Deine Mutter oder Dein Vater trinkt oder Drogen nimmt. Du hast die Krankheit nicht verursacht.

 

Info Nr. 3:

Du bist nicht alleine. Es gibt eine Menge Kinder wie Dich. Mit Sicherheit sind auch einige Kinder in Deiner Schulklasse, deren Eltern auch trinken. Bei manchen würdest Du es nicht vermuten, bei manchen weißt Du es vielleicht schon, weil Du gesehen hast, was bei ihnen zu Hause los ist. Forscher*innen haben herausgefunden, dass es in Deutschland mehr als 2,5 Millionen Kinder gibt, deren Eltern alkoholkrank, tablettenabhängig oder drogensüchtig sind. Du bist wirklich nicht alleine.

 

Info Nr. 4:

Du KANNST über das Problem sprechen. Such Dir jemanden, zu dem Du Vertrauen hast. Das können Lehrer*innen sein, Vater oder Mutter eines Freundes, Ärzte und Ärztinnen, ein großer Bruder oder eine große Schwester, Oma, Opa oder jemand anderes, der Dir zuhört. Dies sind die „sicheren Leute“ in Deinem Leben. Du kannst Dir eine kleine Liste machen, auf der die Namen und Telefonnummern Deiner „sicheren Leute“ draufstehen. Behalte die Liste immer bei Dir, damit Du jemanden anrufen kannst, wenn Du das Bedürfnis hast. Bewahre Deine Liste mit den Telefonnummern in Deiner Schultasche oder an einem anderen sicheren Ort auf.
Hilfe bekommst Du auch beim Nottelefon für Kinder von suchtkranken Eltern. Dieses Telefon kannst Du von überall in Deutschland anrufen, und es ist für Dich (auch vom Handy) kostenlos: 0800/280 280 1. Dort kannst Du anrufen, wenn Du jemanden zum Reden brauchst oder Hilfe benötigst. Das Nottelefon ist Montag bis Freitag von 17 bis 23 Uhr und an den Wochenenden und Feiertagen rund um die Uhr besetzt.
Im Internet findest Du das Beraterteam von Kidkit. Wenn Du hier klickst, kannst Du Dir per E-Mail bei Kidkit Hilfe holen. Die Berater wissen genau Bescheid über die Sorgen von Kindern, die mit suchtkranken Eltern zusammenleben, und sie antworten Dir innerhalb von 24 Stunden.
Dann gibt es noch die Gruppen von Alateen. Da treffen sich Kinder und Jugendliche, die alkoholkranke Eltern haben. Alateen-Gruppen sind wie ein Klub, in dem Kinder sich gegenseitig helfen, damit ihr Leben besser wird. Sie können dort über alles reden, ohne dass es draußen weitergetratscht wird. Es ist auch immer ein sicherer Erwachsener in der Gruppe, der für Dich da ist. Wenn Du wissen willst, ob es in Deiner Nähe eine Alateen-Gruppe gibt, kannst Du hier klicken, oder Du kannst bei den Al-Anon Familiengruppen anrufen und dort nach Alateen fragen. Die Nummer: 0201/77 30 07.
Auch bei den Guttemplern, den Freundeskreisen, dem Kreuzbund und beim Blauen Kreuz gibt es Kindergruppen, wo  Du hingehen kannst. Klick mal hier, und Du siehst, ob es in Deiner Nachbarschaft eine solche Gruppe gibt. Vielleicht kannst Du einen von Deinen „sicheren Leuten“ fragen, ob er oder sie Dir dabei hilft, eine Gruppe zu finden.
 

 Bitte, denk an diese Infos. Sie können Dir nützlich sein.

 

 

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